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Grüne Vorwahlen | Radikallösung jetzt!

Vorab ein Sorry an jene StammleserInnen, denen es in letzter Zeit hier ein wenig gar viel um die Grünen Vorwahlen in Wien geht. Es kommt bald wieder anderes, versprochen. Wer nachlesen will, worum es sich dreht, kann das in meinem ersten Beitrag zum Thema machen.

gruene-vorwahlen

Bis jetzt habe ich mich ja zurückgehalten, wenn andere FreundInnen der Grünen Vorwahlen zum kollektiven Gesudere ausgeholt haben. Ja, ich konnte verstehen, dass der Umgang mit der neuen Masse an UnterstützerInnen ein wenig Zeit brauchen wird. Und ich konnte auch verstehen, dass nicht alle GrünfunktionärInnen umgehend einen Jubelsalto schlagen, und dass Diskussion notwendig sein wird, um sämtliche Missverständnisse auszuräumen.

Aber nun sind wir an einem Punkt angelangt, der mich auch wütend macht.

Die Ausgangslage:
Es schließt sich eine mehrfache Hundertschaft grüninteressierter WienerInnen zusammen, um der Partei neues Feuer zu verpassen, um gemeinsam massiv die Grünen in die Auslage zu stellen, um intensiv im Netz und auch auf selbst organisierten Veranstaltungen zu diskutieren, und um grün letztlich in Wien wieder wichtig und auffällig zu machen. Ein Schwung, der an die Gründungszeit der 80er erinnert. Prickelnd - und mit der Chance ausgerüstet, viele neue WählerInnen für eine erneuerte Bewegung zu gewinnen. Die Grünen könnten dies alles sehr gut gebrauchen. Immerhin verlieren sie - trotz der richtigen Inhalte - eine Wahl nach der anderen.

Doch was passiert:
Heute werden – nach vielen Wochen – die ersten Unterstützungsanträge angenommen. Manche allerdings - offensichtlich seltsam auserwählte Problemfälle - bleiben auf der Strecke und vorerst in der Warteschleife. Sie müssen schriftlich erneut beweisen, dass sie wirklich grün sind. Eine Gewissensprüfung quasi. Selbst, wenn sie seit Ewigkeiten grünfreundlich bloggen. Selbst wenn sie genau den gleichen Antrag abgeschickt haben wie die, die angenommen wurden. Selbst wenn sie Mitglied (!) der Grünen in einem anderen Bundesland sind.

Was schließe ich daraus?
Die grüne Partei will das einfach nicht. Sie will sich nicht öffnen. Sie will ein paar Menschen gnadenhalber aufnehmen. Manche mit Verzögerung und der Hoffnung, dass sie von selbst drauf scheißen. Und: Manche eben gar nicht.

Deshalb bin ich nun der Ansicht, dass es eine Radikallösung der ganzen Geschichte braucht.

Variante 1: Die Grünen wachen auf!
Die Wiener Grünen erkennen jetzt ganz schnell, welch enormes Potential in dieser Initiative steckt. Mit schnell meine ich, innerhalb weniger Stunden. Alle Anträge werden angenommen. Die Grünen Vorwahlen werden offiziell für eröffnet erklärt und auf der eigenen Website massiv beworben. Die Grünen nehmen ihre eigenen Vorwahlen in die Hand. Eine satte Tausendschaft wächst bis Mitte Juli an. Die grüne Landesversammlung im November wird zum politischen Highlight sämtlicher grünen, linken und liberalen Gemeinsamkeiten im Vorfeld der Wiener Landtagswahlen.

Variante 2: Die VorwählerInnen scheißen kollektiv drauf!
Alle grünen VorwählerInnen (ob angenommen oder nicht) ziehen ihre Anträge zurück. Sämtliche Parteimitglieder, die nicht aktiv in der Partei mitarbeiten, aber die Vorwahlen bis jetzt unterstützt haben, treten aus der Partei aus. Die Grünen Vorwahlen werden für beendet erklärt. Die permanenten eigeninitiativen Belangsendungen für die Partei (auf Veranstaltungen, in den alten Medien, in Blogs, auf Facebook, auf Twitter, …) haben ein Ende. Wir schauen dem weiteren Absturz der Partei zu, suchen politische Alternativen und sprayen aufs grüne Haus in der Lindengasse: Wählt euch doch selbst!
Mathias (Gast) - Mi Jun 10, 01:36

Ich bin ja auch mehr der Mann fürs Grobe, also könnte ich mit diesen Radikallösungen sehr gut leben. Am schönsten wäre natürlich die erste Variante und ein daraus entstehendes Kollaborativ verschiedenster Grün-Sympathisanten mit ihren individuellen Interpretationen und Ansichten, das dann etwas Produktives hervorbringt. Aber leider ist das im Moment eher der unwahrscheinlichere Ausgang.

agnostic900rr (Gast) - Mi Jun 10, 01:46

Auf den Punkt gebracht

Obwohl ich OÖer bin, der aber in wenigen Wochen nach Wien übersiedeln wird, verfolge ich die Grünen Vorwahlen seit Anfang an mit großem Interesse und in letzter Zeit immer mehr mit ungläubigen Staunen.

Du hast es mit nun auf den Punkt gebracht. Mir bleibt nichts anders übrig als zu hoffen, dass sich die Grünen für Variante 1 entscheiden werden.

Thomas (Gast) - Mi Jun 10, 02:12

Es tut richtig weh

... dir zustimmen zu müssen.

Die Grünen haben aus der Distanz viel besser ausgeschaut, je genauer ich ihnen beim Tun & Reden zu schaue um so verstörter fühl ich mich.

Nehmen wir an ich werde angenommen. Wie kann ich den Grünen helfen? Ihnen mehr Stimmen bringen, mehr Menschen die sie wählen und sich durch sie vertreten fühlen. Langsam bin ich mir da nicht mehr so sicher...

Ich glaub es fehlt nicht mehr viel und Variante 2 tritt in Kraft. Im Moment favourisiere ich eine extrem Lösung, welche davon liegt bei ihnen.

silmanja - Mi Jun 10, 12:21

ein bekannter von mir hat vor über zehn jahren einmal probiert bei den grünen aktiv zu werden und wurde kurzfristig in den sumpf gerissen - nachdem er beschlossen hat wieder aufzuhören meinte er zu mir: ich halte es in zukunft mit den grünen wie mit einem guten restaurant - ich werde sie weiter wählen, aber ich muss nicht in die küche schauen......
Anonym (Gast) - Mi Jun 10, 07:32

Herr Franz Josef

Ich hoffe, es kommt Variante 2. Wobei sie kommt so oder so. Denn die Grünen sind eine Partei aus Altmarxisten, deren Origkeit nur aus Bonzen besteht, die ihre Ämter retten wollen.

Und noch etwas: Die Grünen haben keine richtigen Inhalte, sondern nur ein Minderheitenprogramm. Deswegen bekommen sie auch so schöne Wählerwatschn. Lediglich die Medien halten diese Leiche künstlich am Leben. Eine Partei, die ständig gegen Österreich hetzt, gehört einfach nur abgewählt.

Ich wünsch den Grünen alles Schlechte.

franzjoseph - Mi Jun 10, 12:01

Immer wieder interessant, dass Kommentare aus diesem Eck anonym sind. Wieso versteckst du dich & stellst dich nicht einer Diskussion (die auf diese Weise einfach nicht möglich ist)?
Heinz (Gast) - Mi Jun 10, 09:46

Was der Anonyme sagt

... das deutet auf einen FPÖ/BZÖ-Wähler, zeigt aber deutlich das derzeitige Image der Grünen auf: Sie werden als "Gegen"-Partei aufgefasst. Gegen dieses, gegen jenes. FPÖ-Wähler sagen dazu auch gerne "Hetze" :-)

Nur um FPÖ-Sympathisanten abzuholen wird/soll man nicht damit aufhören gegen Graf's NR-Präsidentschaft aufzutreten, aber langsam sollte man sich doch einmal durchringen, mit "Für"-Positionen in Erscheinung zu treten. "Für"-Positionen zu Wirtschaft, Politik, Umwelt, Gesundheit, etc. usw. usf.

Gerade vor der EU-Wahl hat man stattdessen eine prominente "Für"-Stimme aus dem Rennen geworfen.

Und auch die Soap-Oper um die "Grünen Vorwahlen" fällt für mich in den "Gegen"-Bereich. Das einzige "Für", das zu mir durchdringt, ist: Flyer verteilen.

Ein bissel mager. Ich habe irgendwie auch das Gefühl, es fällt uns (wenn ich das verallgemeinern darf) schwer das Kreuz (Jessas, schon wieder ein Kreuz) zu Grün zu setzen, weil wir nicht mehr erfahren, wofür sie eigentlich sind.

Sind die Grünen in Österreich nun wirklich überflüssig geworden, wie es in einem Feuilleton unlängst zu lesen war (hab vergessen, wo)?

Ex-Grüner (Gast) - Mi Jun 10, 14:40

Hände falten, Goschn halten

Glawischnig hat es gestern abend wieder klar am Punkt gebracht: Personaldebatten sind unerwünscht. Denken ist unerwünscht. Daher kann sich nur jeder liberal denkende dem Liberalen Forum zuwenden.

Bertl (Gast) - Mi Jun 10, 14:42

Die Idee der Öffnung ist wesentlich.
Die Grünen in Bundesländern haben diese Chance
bereits vermasselt.
Wenn sogar die Wiener Grünen diese Chance nicht
aufnehmen, sie könnten ja offensiv werden und eigene Öffnungsstrategien anbieten(um ein bisserl
mehr Kontrolle zu haben, die Ursache der Distanz dürfte ja doch die Angst vor dem Kontrollverlust sein), dann ist ein langsames Absterben der Bewegung unvermeidbar.
Dass eine Auseinandersetzung stattfindet ist
als Solches schon positiv zu bewerten.

Und ja, ich denke trotz allem, eine grüne BEWEGUNG ist wichtig, wichtiger als noch vor einem Jahr, denn Parteien haben wir Zuviele.

franzjoseph - Sa Jun 13, 02:21

Danke euch fürs Feedback. Das mit der Variante 1 dürfte sich wohl erledigt haben. Im Standard zu lesen:

"Darüber, wie viele der Anträge denn nun abgelehnt würden, will man keine genauen Angaben machen, nur soviel: "Ablehnung und Annahmen werden sich einigermaßen die Waage halten", verrät Lukas Wurz."
Quelle: http://derstandard.at/fs/1244460379735/Gemeinderats-Vorwahlen-Gruenes-Gewissen-gefragt

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