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Philipp (Gast) - Do Jun 11, 15:52

Verhunzung..

Ich weiß nicht, ob es zutrifft, aber mit "Verhunzung der deutschen Sprache" hast du wahrscheinlich mein Kommentar auf andreaslindinger.at zitiert...

zu Weiterentwicklung: grundsätzlich gebe ich dir Recht, dies findet mit der Einbindung immer mehr neuer "moderner" Wörter ja auch statt, aber das Binnen-I ist meines Erachtens keine...
Ich kann mich Mathias`und TomSchaffers Ausführungen nur voll und ganz anschließen.
Im Grunde müssten sofort auch Wörter wie die Person oder die Geisel gendergerecht in die/der PersonER und die/der Geisel umgeschrieben werden, um der Gleichberechtigung in der Sprache nicht jede Grundlage zu entziehen.
Mathias hat das zwar "nicht ganz ernst gemeint", genau das zeigt aber perfekt die Problematik der Diskussion auf.

Und ich wiederhole mich: In meinem weiblichen Bekannten- und Freundeskreis wird das Binnen-I als lächerlich betrachtet, und auch in vielen Gesprächen mit Frauen außerhalb dieses Kreises ist es nicht anders.
Ich kann mich einfach des Eindrucks nicht erwehren, dass die Gendergerechte Sprache nur von einem sehr kleinen Kreis wichtiger hochgehalten wird, als es in Wirklichkeit ist.

Ein anderes Beispiel: Ich finde es richtig, dass für Frauen Magistra gilt, statt Magister, es ist aber absolut (Verzeihung!) blödsining, Mag.a (hochstellung geht hier nicht) statt Mag zu schreiben.
Ich meine, Heidi oder Julia Musterfrau impliziert ja schon, dass wenn ein Mag-Titel vorhanden ist, sie mit Magistra angesprochen werden sollte.
Oder befürchtet man die Gefahr, dass ein Herr Heidi Bauer versehentlich falsch mit Magistra angesprochen wird?

Und warum gibt's das beim Dr nicht als Dr.a? Das irritiert mich!
Könnte es sein, dass man doch bemerkt hat, dass Doktra ziemlich blöd klingt und es hierbei beim Doktor belässt?

Ich lehne mich jetzt weit aus dem Fenster: Genau diese Verbissenheit bei Lapalien führt dazu, dass Gender-Themen mittlerweile oft nur mehr Augenrollen und Genervtheit auslösen (auch bei Frauen!)
Man gewinnt schlicht den Eindruck, dass man ein bisserl übers Ziel hinausschießt, nein, schlimmer noch, das eigentliche Ziel gerät ins Abseits!

Ich seh's wie beim Schach: Am Ende gewinnt der, der bereit ist, Figuren zu opfern!!

Mathias (Gast) - Do Jun 11, 18:14

Ohne dir widersprechen zu wollen, eine Erklärung, warum es zwar "Magistra", aber nicht "Doktra" gibt: Magistra ist ein Fremdwort, das heißt ein Wort, das direkt aus einer anderen Sprache - ohne etymologische Anpassung hinsichtlich Flexion, Morpheme etc. - übernommen wurde. Hier ist es der lateinische Begriff für "Lehrerin". Obwohl weibliche Lehrer in der Antike ja eher selten vertreten, war das Wort meines Wissens nach vertreten; dass zumindest die Form genuin ist, merkt man jedenfalls schon an der ersten Person Plural Präsens des Wortes "Magister", nämlich "Magistri" - das "Verdrehen" des Buchstaben "r" hat also seine Berechtigung (auch zu finden bei "puer" (Junge) - "pueri"), ansonsten wird ja nur ein weibliches Endungsmorphem drangepappt.

"Doktor" hingegen ist ein Lehnwort, ein aus einer anderen Sprache (hier wieder dem Lateinischen) entnommenes Wort, das allerdings einen sprachgeschichtlichen Wandel durchnommen hat. Es stammt vom Verb "docere", also lehren, weswegen "Doktor" eigentlich auch nichts anderes als "Lehrer" bedeutet. Eine Verweiblichung nach dem Magister-Schema wäre aber eben aufgrund der Tatsache, dass Doktor ein eindeutig deutsches, und kein Lateinisches, aber hier gebräuchliches Wort ist, ziemlich daneben, da in der deutschen Sprache andere Flexionsregeln bei der (künstlichen) Änderung des grammatischen Geschlechts existieren - also zum Beispiel das Suffix "-in".

Deswegen also Magister und Magistra, aber Doktor und Doktorin. Warum man aber unbedingt dieses hochgestellte "a" anführen sollte und wieso das beim "Dr". nicht der Fall ist ("Dr.ᴵᴺ" wäre ja theoretisch machbar), kann ich dir auch nicht beantworten. :D
franzjoseph - Sa Jun 13, 02:13

@ Philipp: Stimmt, dein "Verhunzung" war die letzte Anregung für diesen Beitrag. :) Aber nicht der Grund, deshalb auch kein direkter Bezug.

Das mit dem weiblichen Part deines FreundInnenkreises: Gut und schön, aber Argument ist das für mich nicht. Für dich offensichtlich schon. Nehme ich zu Kenntnis. Nicht zynisch, sondern ernst gemeint

Ich habe ja mehr den Eindruck, dass die Verbissenheit und Argumentations-Dauerschleifen (nicht hier im Blog, sondern generell) eher von Seiten der Gender-SkeptikerInnen kommen. Ich habe außerdem auch nicht den Eindruck, dass ich mich hier sonderlich verbeisse. Ich hab mal einfach meinen Standpunkt gepostet. Und freu mich natürlich übers Feedback und die Diskussion, selbst wenn ich Details eben anders sehe.
Belinda (Gast) - Fr Okt 30, 17:33

In dieser Phase gibt es unter dem Motto „Gib du ihm deine Hand“ für den/die Begleiter/in eines trauernden Menschen einige Möglichkeiten, diesen Menschen zu unterstützen. Der/die Begleiter/in könnte die Person in Situationen unterstützen, wo sie überfordert ist, zum Beispiel könnte er für einige Zeit alltägliche Besorgungen übernehmen, dem/der Wärme und Mitgefühl übermitteln und einfach Da-Sein.

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