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Die Anonymität des Fragenden ist kein Muss. Sogar...
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Martin Margulies (Gast) - Mo Nov 23, 02:09
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Sehr schön, ich freu mich schon! (ps, beim Kommentarerstellen,...
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Armin Soyka (Gast) - Sa Nov 21, 12:15
Kann das nur unterstützen,...
Kann das nur unterstützen, wenn es auch völlig...
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Martin Schimak - Sa Nov 21, 09:45





- Es ist lästig beim Lesen. Gut, ein Binnen-I ist noch verkraftbar, aber ein Satz wie "Meist so, dass einE BeitragendeR nicht gendert, eineE andereR dieseN darauf aufmerksam macht [...]" ist nun mal um einiges mühevoller zu lesen. Die gewünschte Wirkung wird damit - bei mir - auch nicht erzielt: Eher übergehe ich entnervt den Satz, anstatt daran zu denken, dass du damit auch Frauen in deine Sprache miteinbeziehst. Das geht übrigens analog zu mit Rechtschreib- und Tippfehlern durchsetzten Texten.
- Man muss sich ernsthaft fragen, wie viele Frauen auf diese Sprachumformulierung tatsächlich Wert legen und sich bei einem Satz wie "meist so, dass ein Beitragender nicht gendert" ausgeschlossen und beleidigt fühlen. Das ist im Detail natürlich nicht empirisch zu messen, aber eine Allgemeinstudie würde mich schon interessieren. Ich kenne - und das ist natürlich eine subjektive Ansicht, aber die wohnt uns schließlich beiden inne - zumindest keine Frau, die wirklich Wert auf die gendergerechte Sprache legt, ohne dass ihr vorher der Zeitgeist eingeimpft hat, dass sie sich jetzt gefälligst diskriminiert zu fühlen hat, wenn von "Studenten" und "Pizzabäckern" die Rede ist.
- Ich sehe oft die Notwendigkeit nicht. Okay, bei eindeutig geschlechtsbezogenen Substantiven, vor allem in der Mehrzahl, ist das Gendern bis zu einem gewissen Grad noch verständlich. Bei Allgemeinbezeichnungen und ihren Indefinitpronomen aber - hier könnte man wieder deinen ersten Satz als Beispiel nehmen - wird's, mit Verlaub, lächerlich, da man hier strikt zwischen Genus (hier generischem Maskulinum) und Sexus unterscheiden kann. Sicher, es gibt "eine andere Beitragende", doch da sich diese syntaktische Einheit nicht auf eine spezifische Person oder Personengruppe bezieht, ist ein Gendern meines Erachtens nach überflüssig. Es sollte sich herumgesprochen haben, dass mit "ein Beitragender" genauso eine weibliche Vertreterin _gemeint_ ist, auch wenn das nicht explizit dort steht.
- Vorrangig glaube ich aber - diese These hab ich meinem Blog schon mal aufgestellt -, dass die Gendersprachensache der feministischen Bewegung letztendlich mehr schadet als nutzt. Das deshalb, weil letztere aufgrund des viel zu starken Fokus auf dieses Thema und damit verbundener Kleinkariertheit (Was ist nun politisch korrekt - Binnen-I, Unterstrich oder Sternchen?) von vielen Menschen als Gesamtheit nicht mehr ernst genommen wird.
Perfekt ausgedrückt wird das in der verspottenden Bezeichnung "GrünInnen", als ob sich die Grünen hauptsächlich auf eine penible Gleichberechtigung in der Sprache konzentrieren würden. Jeder mit ein wenig Verstand weiß natürlich, dass das nicht so ist, aber das verquerte Bild bleibt in der Öffentlichkeit dennoch haften.
Aber, zum Schluss, um nicht ganz als Reaktionärer dazustehen: Sollte sich in Zukunft die gendergerechte Sprache zumindest in ihren Grundzügen (Binnen-I) als allgemeingebräuchlich durchsetzen, habe ich damit auch kein Problem. Wirklich schlimm wäre es nur, wenn das Auslassen derselben sich einer der vielen Gründe gesellen würde, um als Diskriminierte vor Gericht ziehen zu können. Da hört sich bei mir jede Weltoffenheit auf.
Nicht ganz ernst gemeinte, aber doch interessante Frage am Rande: Was ist mit generischen Feminina, wie beispielsweise "die Person" oder "die Geisel"? Müsste man da, im Sinne der Gleichberechtigung - die ja hoffentlich nicht nur Frauen betrifft -, nicht auch "die/der PersonEr" oder "die/der Geisel" schreiben?
Absolut genial zusammengefasst!
Ich für meinen Teil suche ja noch eine passende Bezeichnung für die Schreibweise "PersonER", die Schreibweise "Pizzabäcker_IN" nenne ich sowieso schon Tunten-Underscore....
Es geht mir nicht darum, ob der/die Empfangende meiner Kommunikation meine Sendung als „beleidigend“ empfindet oder nicht, sondern, ob ich als Sender Menschen beiderlei Geschlechts anspreche oder nicht.
Die „Lesbarkeit“ ist Gewohnheits- und Bereitschaftssache. Meine Oma hat massive Probleme mit Anglizismen in Wort und Schrift. Sie wird sich wohl auch nicht mehr daran gewöhnen und mit der Lesbar- und Verständlichkeit vieler Texte einfach ein bissi kämpfen müssen. :)
Meinen umstrittenen Beispielsatz im Beitrag habe ich natürlich bewusst so formuliert. Wäre das Thema ein anderes, hätte ich mich ein wenig gespielt, damit meine Oma & Co damit keine Probleme haben.
Auf Argumente wie „Da müsste mensch ja eigentlich auch sagen …“ lass ich mich nicht ein. Mag für manche unstimmig klingen, ist aber so. Sorry.
Lesbarkeit ist tatsächlich Gewohnheitssache, aber der Anglizismenvergleich hinkt ein wenig. Denn im Gegensatz zu gendergerechter Sprache ist die Verwendung von Fremd- und Lehnwörtern nicht gesteuert, niemand kann darauf nachhaltig Einfluss ausüben. Wenn man also nach dem Ideal geht, seine Sprache so einfach und verständlich wie möglich zu gestalten, sollte man also aufs Gendern verzichten; wohingegen Anglizismen aufgrund dessen, dass sie eben - vergleichsweise! - keine Marginalerscheinung sind, sondern ein Phänomen, das sich durch alle sozialen Schichten zieht, kaum durch ihre Weglassung immer zu einer leichteren Sprache führen.
Ist man hingegen darauf bedacht, wirklich immer jeden und jede potentielle/n RezipientIn anzusprechen, müsste man wohl wirklich immer gendern. Die Frage ist nur, ob nach dem Verständnis der Empfänger nicht ohnehin auch eine "männlich formulierte" Nachricht bei beiden Geschlechtern ankommen würde und ob eine Leserin sich gleich vom Erhalt der Nachricht ausgeschlossen fühlt, sobald da kein "In"-Suffix zu erkennen ist.
Dass du nicht auf die von mir gestellten Vergleiche eingehst, finde ich schade, sind sie doch nur logische Weiterführungen des sprachlichen Gleichberechtigungskonzeptes. Aber da kann man wohl nix machen.
Tunt_innen-Underscore, wenn schon
Herzlichen Dank für diesen wunderschönen Ausdruck.
Nach der kürzlich von Irene Brickner auf derstandard.at veröffentlichten Satire zu diesem Thema („das Binnen-I wird in der gesprochenen Sprache pantomimisch ergänzt“) hab ich verzweifelt nach Möglichkeiten gesucht, diesen Underscore in der gesprochenen Sprache unterzubringen. Im standard-Forum wurden diverse Vorrschläge gemacht, aber jetzt weiß ich: „Grün-tuntenunderscore-innen“ is it. So wirds gemacht!