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Die Sache mit Johannes Voggenhuber

Die Grünen Österreich sind in den Medien - den alten und den neuen. Massiv. Nachdem Johannes Voggenhuber Interesse kundgetan hat, an 16. Position der Grünen Liste zur Europawahl im Juni 2009 zu kandidieren, bewegt sich alles, was grün ist. Prinzipiell ok bis gut.

Könnte lecker werden, sagen die einen: Voggenhuber bringt zusätzliche WählerInnenstimmen, überholt per Vorzugsstimmen die Listenerste Ulrike Lunacek und kommt - wie eben diese dann - auch ins EU-Parlament.

Will er denn dorthin? Klar. Er wollte ja den ersten Listenplatz.
Und trotzdem stinkt die Kiste. Ein wenig.

voggenhuber

Johannes Voggenhuber hätte ohne Probleme Listenzweiter werden können. Dazu war er sich aber zu eitel. Ein gut befreundeter Langzeit-Grün-Wähler begründete (für sich) diesen Schritt mir gegenüber neulich mit der These: "Der Voggenhuber kann einfach nicht an zweiter Position kandidieren. Das geht nicht." Voggenhuber sieht das wohl auch so. Alles klar: Erster oder nix. Passt.

Die mögliche Kandidatur an Position 16 allerdings jetzt "Solidaritätskandidatur" zu nennen, ist schon ein starkes Stück. Für den zweiten Startplatz zu eitel, für den sechzehnten "solidarisch" genug. Das geht sich nicht aus. Für mich.

Da kracht es doch offensichtlich irgendwo, wohin die Öffentlichkeit nicht sehen darf. Ja, da will jemand Wirbel machen - gegen die derzeitige Spitze. Sowohl auf europäischer als auch auf nationaler grüner Ebene.

Die aus scheinbar vielen Löchern kriechenden Voggenhuber-Fans, zu denen ich mich bis zu dieser Aktion durchaus auch gezählt habe, sehen das nicht. Sie wollen es nicht sehen. Das verstehe ich nicht.

Im heutigen erweiterten grünen Bundesvorstand fällt die Enstscheidung: Voggenhuber darf vorerst nicht kandidieren (derstandard.at). Eine endgültige Entscheidung gibt's wohl erst im April.

Ich schätze: Voggenhuber tritt mit eigener Liste an. Die Grünen werden hinter ihm liegen. Na, bravo.

Bravo Bashen Bundesvorstand
Franz Joseph

Siehe auch: Grüne EU-Wahlliste: 3 Frauen an der Spitze (18.01.09)

Update 05.02.09 | Zum Thema bloggen auch:
Johann Tschann | Gerald Bäck | Peter Kraus | Christoph Chorherr | Gerhard Loub | Gebi Mair | Robert Misik hier und da | Sonja Schiff | Dominik Bartenstein | Helge Fahrnberger | Marie Ringler | Ulrike Lunacek | Feuerhaken | Wissen belastet | ZurPolitik | Niko Alm | Grüne Mattersburg | Eva Lichtenberger | Grüne Oberschützen |
chren (Gast) - Fr Jan 30, 20:33

Voggenhuber wird blockiert

Die Vorgangsweise erinnert an die der etablierten Parteien. Wer dem inneren Kreis der Macht nicht genehm ist, wird abserviert. Auch wen's ein paar Stimmen kostet. Nur können es sich die großen Parteien halt leisten, die Grünen verlieren nciht nur an Glaubwürdigkeit.

Himbeerliebe (Gast) - Fr Jan 30, 22:38

Danke, danke, danke für diesen ersten Blogeintrag, der kritisch betrachtet.
Danke.

Wochenblick - Sa Jan 31, 09:59

also mal ehrlich

ich sehe das als kinderei an. erst sagen: "erster oder gar nicht", und hintennach draufkommen, "na eigentlich doch irgendwie", so eine vorgangsweise kann ich nicht ernst nehmen. ganz offensichtlich will er jemand damit ärgern, aber das niveau macht mir magenprobleme.

dr_adi_waberl - Sa Jan 31, 11:18

Voggenhuber

hat alles selbst verbockt - wäre er sich nicht zu schade gewesen, für den 2. Listenplatz zu kanditieren (den er sicherlich auch bekommen hätte) wäre er sicher im EU-Parlament. Auch wenn die Grünen nur ein EU-Mandat gewinnen - Voggenhuber hätte wieder genügend Vorzugsstimmen bekommen um vorgereiht zu werden.

Aber so: zu erst beleidigt sein und dann doch noch hoffen über einen Vorzugsstimmenwahlkampf das Feld von hinten aufrollen zu können - das kommt natürlich bei einem Großteil der GRÜNEN nicht an.

Ich befürchte auch, dass Voggenhuber mit einer eigenen Liste oder vielleicht gar mit H. P. Martin kanditieren wird - und dann besteht für die Grünen sogar die Gefahr, dass sie gar kein Mandat erreichen werden.

Toni Poster (Gast) - Mo Feb 2, 20:17

Objektiv vs Subjektiv?

Die Parteispitze hat sicher ihre legitimen Gründe die "Eitelkeiten u das komminkations Niveau des J.V" infrage zustellen und darauf vernünftig zu reagiern.
Andererseits profiliert sich J.V seit jeher als profunder und abgeklärter Europapolitiker, der auch von anderen europäischen Grünen aufgrund seiner Haltung u. Leistungen geschätzt wird! Hier stellt sich für mich die Wahltaktische Frage:
Bei den EU- Wahlen kann J.V den größten Teil der Wahlerstimmen für sich lukriieren und sitzt damit weit genug entfernt von der Basis. Somit kann sich die Parteispitze auf die Österreichische Politik konzentrieren, abseits von ihren inneren hegemonialen Problemen. Damit hätte man vermieden, dass sich Wähler nicht mehr auf europäischer Linie vertreten fühlen und darüberhinaus noch mit Ulrike Lunacek Zwei fachlich versierte EU-Politiker/In ins Rennen geschickt! Jetzt zerspittert die grüne EU-Politik jedoch und muss sich auch noch strukturellen Sexismus nachsagen lassen. Warum leicht, wenns schwer auch geht!!!
Nirak (Gast) - Mo Feb 2, 19:51

Schade,

finde ich das Geplänkel ..
Solche Geschichten spielen sich natürlich auch in anderen Parteien ab.
Die Grünen werden aber meist mit anderen Massstäben (was für ein Wort ;) ) gemessen.
Ich werde in Deiner reichen Link-Auswahl mal weiterlesen ..

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mariolechner.twoday.net - So Feb 1, 12:02

Achtung! Fertig! Stop!

Eva Glawischnig wurde mit einer bei... [weiter]

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