Populistische Sprüche eines grünen Bundesrates?

(Foto: Alfred Habitzl | derstandard.at)
Dort heißt es unter anderem:
"Jene Asylwerber, die vor 2003 nach Österreich gekommen sind, unbescholten und integriert sind, sollen bleiben dürfen und einen Zugang zum Arbeitsmarkt erlangen. Alle anderen laufen durch das Asylverfahren. Fällt der Bescheid positiv aus, sollen sie ein ordentliches Integrationsprogramm bekommen. Wenn das Verfahren rechtskräftig negativ ist, müssen die Leute künftig rascher und ohne Ausnahmen rückgeführt werden. [...] Regelverstöße müssen Folgen haben. Jemand der unsere Demokratie oder unseren Rechtsstaat infrage stellt oder mit kriminellen Absichten zu uns kommt, ist inakzeptabel. Denen, die Mist bauen, müssen wir auf die Finger klopfen und sie in kürzester Zeit ausweisen."
(Quelle: derstandard.at)
Ungewohnte Worte für einen grünen Politiker.
Hier geht es zum ganzen Interview.
In meinem Nachdenken über Möglichkeiten, wie die Grünen in Zukunft ihre für mich dringend notwendigen politischen Positionen an eine breitere Masse bringen können, stehe ich an diesem Punkt an.
Ist das ein entsprechender, ein ertragbarer oder ein abzulehnender Ansatz?
Ich schaffe es (noch) nicht, mir ein Bild zu machen.
Ich wäre gespannt auf die Meinung meiner LeserInnenschaft und bitte entsprechend darum.
Dönmez Dreher Denkansätze
Franz Joseph





Was mich am Interview grundsätzlich irritiert, ist der "strenge" Zugang der Grünen zum Thema Asylwerber. Für mich war diese Partei immer eine relativierende, die dem von FPBZÖ verzapften Unfug konträr gegenüberstand und somit einen Ausgleich schaffte. Nicht, dass diese Haltung mit einem einzigen Interview über den Haufen geworfen wird, aber wer weiß, was da noch folgt. Teil der "neuen Linie" sind ja offenbar auch kritischere Stimmen zu klassischen Schönrede-Themen - was insofern praktisch kann, als dass die Grünen wieder mehr politisches Gewicht bekommen könnten. Wichtig ist bloß, dass sie sich nicht im Populismus-Sumpf verlieren, sondern trotz allem zu ihren Grundwerten stehen und diese auch ohne Stumpfsinnssager massentauglich vermitteln können. Ob das hier geklappt hat, wird sich zeigen.