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So verhöhnen Freiheitliche das Gedenkjahr 1938/2008

Vor einiger Zeit fand in Wien ein Rundgang zum Gedenkjahr 1938/2008 statt: "Mit offenen Augen" - organisiert von sämtlichen Teilorganisationen der Grünen Wien. Ich war moderierenderweise dabei. Trotz strömenden Regens fanden etwa knapp 100 Menschen mit uns den Weg durch die Stadt.

Hier habe ich diesen Rundgang angekündigt und derart beschrieben: "Wir machen uns auf die Suche nach den Orten des Nazi-Terros von damals und den Gefahren, die heute drohen. Gedenken heißt auch Nachdenken über die Gegenwart und Vordenken für die Zukunft."

Nun lese ich in der "Neuen Freien Zeitung" - einem Printmedium der FPÖ - einen Bericht darüber. Hier werden einmal mehr die Positionen der Freiheitlichen zum Themenbereich Rassismus, Menschenjagd und Mord deutlich gemacht. In dem Artikel heißt es unter anderem ...

"Das Gedenkjahr 1938/08 wurde genutzt, um wieder gegen alles zu hetzen, was den Grünen nicht in ihr Weltbild paßt." (Neue Freie Zeitung, 13. 11.08, Seite 15)

Aha. Sich also gegen Deportation und Ermordung zu stellen, hat mit (grünem) Weltbild zu tun. Was sagt das freiheitliche Weltbild dazu? Das Gegenteil?

Im Weiteren wird die eingespielte Lagermusik (Lieder von KZ-Häftlingen) im Artikel als "katzenmusikähnlich" bezeichnet, der grüne MigrantInnensprecher auf seine Hautfarbe redzuziert, "Spott und Gelächter" von PassantInnen frei erfunden (und entsprechend positiv formuliert - im Zusammenhang mit NS-Gedenken!!!), die Aktion generell als "grüne Giftküche" tituliert und die Grünen (für ihr Gedenken an NS-Massenmord und Aufzeigen entsprechender Gefahren und Missstände in der Gegenwart) "ewig Gestrige" genannt.

Hier der gesamte Artikel (Neue Freie Zeitung, 13.11.08, Seite 15):



Wenn das der freheitliche Umgang mit Gedenken an Mord und Deportation durch die NationalsozialistInnen ist, frage ich mich, was passieren würde, wenn der FP-Wunsch nach Aufhebung des NS-Verbotsgesetzes umgesetzt würde. Mir graut.

- - -
Franz Joseph

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