Machen die Grünen was falsch?
Ich hab's ja selber nicht gesehen: Im ORF wurden in der Wahlnacht Statements von grünen Menschen auf der entsprechenden Wahlparty gezeigt. Ich dürfte auf die Frage, was denn die Grünen in der Wahlauseinandersetzung falsch gemacht haben, gesagt haben: "Gar nix!". Wohlgemerkt: Aus dem Kontext gerissen und 30 Sekunden nachdem ich erfahren musste, dass nahezu alle SPÖVP-Enttäuschte direkt nach rechts geflüchtet sind. Da soll noch jemand seine Gedanken ordnen können.
Bleibt die Frage: Gar nix falsch gemacht?
Für mich - als kleinen grünen Wähler - stimmt das auch so. Die grünen Botschaften sind bei mir angekommen. Die erweiterte Frage bleibt: Wie kann mensch politische Angebote kommunizieren, wenn sich die EmpfängerInnen nicht eigeninitiativ und ausgiebig (und das stelle ich mal für mich keck in Anspruch) darüber informieren? An der Kommunikation hat's wohl was. Keine Frage.
Ich selbst bin auch Großparteien-Flüchtling (mit Bleiberecht und -ambition). Ich habe Zeit meines Lebens die SozialdemokratInnen gewählt. Immer voller Leidenschaft und immer mit bissi (und im Laufe der Zeit massiv) Bauchweh. Doch: Kurz vor der Regierungsangelobung Gusenbauers kippte mein politisches Empfinden. Ich musste eingestehen: Meine politische Nachfrage entspricht nicht dem Angebot, das ich angenommen habe. Ja, ich musste mir selbst zugestehen: Meine entsprechenden Ansprüche finden sich bei den Grünen und nicht bei den Roten. So einfach ist's. Dieses Eingeständnis hat aber Jahre gedauert.
Und genau da setzen meine Überlegungen an: Was hat mich 2002, 2006, ... eigentlich davon abgehalten grün zu wählen, obwohl die Partei, für die ich mich entschieden habe, in sozial-, kultur-, frauen-, integrations- und wasweißichallesnochpolitischer Hinsicht nicht dem entspricht, was ich eigentlich wollte? Im Nachhinein betrachtet: Ja, es ist gar nicht so schwierig gegen sein eigenes politisches Empfinden zu wählen. Aber warum?
In meiner roten Zeit (und ich war auch hier nur Sympathisant und nicht Aktiver) hat mich an den Grünen vor allem ihr öffentliches Erscheinungsbild gestört. Ich fühlte mich wohler auf SP-Wahlveranstaltungen bei Würstel mit Senf als auf dem x-ten grünen Louie-Austen-Konzert (bei aller Wertschätzung dieses Sängers). Frauenfeste gehören in den Gemeindebau und nicht in die Börse. Wahlpartys nicht in ein Palais, sondern in ein Bierzelt.
Diese Spitzfindigkeiten habe ich überwunden. Aber nur, weil mein politischer Groll zu groß war und ich die Inhalte der Grünen einfach sehr attraktiv empfunden habe. Ich bin angekommen.
Ich glaube, die Zukunft der Grünen braucht ein auf den ersten Blick etwas widersprüchliches Doppelspiel:
Übel Üben Überlegen
Franz Joseph
Bleibt die Frage: Gar nix falsch gemacht?
Für mich - als kleinen grünen Wähler - stimmt das auch so. Die grünen Botschaften sind bei mir angekommen. Die erweiterte Frage bleibt: Wie kann mensch politische Angebote kommunizieren, wenn sich die EmpfängerInnen nicht eigeninitiativ und ausgiebig (und das stelle ich mal für mich keck in Anspruch) darüber informieren? An der Kommunikation hat's wohl was. Keine Frage.
Ich selbst bin auch Großparteien-Flüchtling (mit Bleiberecht und -ambition). Ich habe Zeit meines Lebens die SozialdemokratInnen gewählt. Immer voller Leidenschaft und immer mit bissi (und im Laufe der Zeit massiv) Bauchweh. Doch: Kurz vor der Regierungsangelobung Gusenbauers kippte mein politisches Empfinden. Ich musste eingestehen: Meine politische Nachfrage entspricht nicht dem Angebot, das ich angenommen habe. Ja, ich musste mir selbst zugestehen: Meine entsprechenden Ansprüche finden sich bei den Grünen und nicht bei den Roten. So einfach ist's. Dieses Eingeständnis hat aber Jahre gedauert.
Und genau da setzen meine Überlegungen an: Was hat mich 2002, 2006, ... eigentlich davon abgehalten grün zu wählen, obwohl die Partei, für die ich mich entschieden habe, in sozial-, kultur-, frauen-, integrations- und wasweißichallesnochpolitischer Hinsicht nicht dem entspricht, was ich eigentlich wollte? Im Nachhinein betrachtet: Ja, es ist gar nicht so schwierig gegen sein eigenes politisches Empfinden zu wählen. Aber warum?
In meiner roten Zeit (und ich war auch hier nur Sympathisant und nicht Aktiver) hat mich an den Grünen vor allem ihr öffentliches Erscheinungsbild gestört. Ich fühlte mich wohler auf SP-Wahlveranstaltungen bei Würstel mit Senf als auf dem x-ten grünen Louie-Austen-Konzert (bei aller Wertschätzung dieses Sängers). Frauenfeste gehören in den Gemeindebau und nicht in die Börse. Wahlpartys nicht in ein Palais, sondern in ein Bierzelt.
Diese Spitzfindigkeiten habe ich überwunden. Aber nur, weil mein politischer Groll zu groß war und ich die Inhalte der Grünen einfach sehr attraktiv empfunden habe. Ich bin angekommen.
Ich glaube, die Zukunft der Grünen braucht ein auf den ersten Blick etwas widersprüchliches Doppelspiel:
- Individueller Zugang zu den Menschen abseits des Wahlkampf-Mainstreams
Aufbau von Ersatzöffentlichkeiten, wie das Helge Fahrnberger in seinem Beitrag zum Thema hervorragend ausführt (unbedingt lesen!). - Und eine kleine Prise "Volksnähe" dazu.
Nicht nur im Wahlkampf, sondern immer - sprich JETZT. Der Ruf des "elitären", "abgehobenen" und "besserwisserischen" eilt den Grünen voraus. Ich glaube, um dem entgegenzuWIRKEN muss mensch auch entgegenKOMMEN. Sprich: GrünpolitikerInnen dürfen durchaus auch beim Villacher Fasching (so blöd der auch sein mag) sitzen und sich auf Kirtagen rumtreiben. Zu den Leuten gehen, wo sie sind. Und nicht dorthin, wo wir sie gerne hätten. Alternative Angebote schließen sich da ja nicht aus: Machma mal eine Mulitikulti-Party im Simmeringer Gemeindebau. Da wird's spannend.
- Ihr habt Probleme mit anderen Kulturen im Gemeindebau?
Was können wir da tun? Lösungen sind gefragt. Nicht Ideologien und Werte. - Euch treffen Preiserhöhungen (verständlicherweise) mehr als der Klimawandel?
Wir zeigen euch, wie durch klugen Energieeinsatz mehr Geld im Börsel bleibt. - Und und und ...
Übel Üben Überlegen
Franz Joseph
franzjoseph - Di Sep 30, 12:20



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