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4 Befehle an die Grünen Wien

Über die Landesversammlung der Grünen Wien am 15. November 09 und die Wahl der Grünen KandidatInnen für die Wien-Wahl 2010 schreib ich nix. Da gibt es genug in anderen Blogs zu lesen. Ich möchte die Konsequenzen dieser Listenwahl in den Mittelpunkt stellen. Zumindest meine.

Ich erlaube mir, vier Befehle an die Wiener Grünen zu formulieren.

1. Alte Gräben zuschütten!
Die Landesversammlung hat gezeigt: Es gibt sie nicht, die „VorwählerInnen“, die insbesondere von den Medien – aber auch von grüninternen Menschen - gerne separat und abgrenzend so genannt wurden. Denn letztlich sind sie alle VorwählerInnen gewesen: die UnterstützerInnen, die Mitglieder, die FunktionärInnen. Gemeinsam haben sie die Wiener Grünen Vorwahlen abgehalten. Die Ergebnisse haben gezeigt, dass auch Neulinge sich gut machen im Alte-Hasen-Wählen, wie auch BezirksveteranInnen ihre Stimme neuen KandidatInnen gegeben haben dürften.

2. Vorzugsstimmenwahlkampf frontal!
Die Öffnung der Partei hat gerade erst begonnen. Jetzt erwarte ich mir von den Grünen, dass sie eine gnadenlose Bereitschaft für Vorzugsstimmenwahlkämpfe gewähren und unterstützen. Die hinteren Plätze sollen sich gefälligst wichtig machen. Mögen die WählerInnen 2010 die jetzt schon bunte Grün-Liste mächtig remixen. Das kann nur Stimmen bringen und keine kosten.

3. Vorwahlen bei nächster Gelegenheit komplett öffnen!
Niemand muss sich fürchten, dass böse Fremdlinge kommen und die Partei umkrempeln. Es kann gar nicht klappen, dass ich schnell mal 300 Personen einen ganzen Sonntag lang in einen Saal zerre, um diese alles auf den Kopf stellen zu lassen. Die Grünen Wien wären gut beraten, das nächste mal die Hürden der Unterstützung auf ein Minimum zu reduzieren.

4. Wahlziel: Zweiter!
Und jetzt zur Wahl 2010. Die Grünen Wien haben ein gutes Programm und das beste Team. Sie stellen die einzige Alternative dar zum roten Machtrausch und rechten Rabaukentum in dieser Stadt. Deshalb erwarte ich mir einen offensiven Zugang. Eigentlich sollte Maria Vassilakou den BürgerInnenmeisterIn-Anspruch stellen. Von mir aus aber: zu weit gegriffen. Aber 20% und Platz zwei müssen drinnen sein. Zumindest will ich, dass die Grünen kommunizieren, dass das möglich ist. Oder eigentlich: Dass wir das möglich machen können.
Martin Schimak - Sa Nov 21, 09:45

Kann das nur unterstützen, wenn es auch völlig "träumerisch" ist - gerade deshalb gefällt es mir: http://chorherr.twoday.net/stories/6046919/#6047399

cc - Sa Nov 21, 11:56

4x ein lautes JA


Armin Soyka (Gast) - Sa Nov 21, 12:15

Danke!

Sehr schön, ich freu mich schon!
(ps, beim Kommentarerstellen, ist der Button zum abschicken ganz nach unten gerutscht! #fail)

Martin Margulies (Gast) - Mo Nov 23, 02:09

Vorzugsstimmenwahlkampf

Klingt gut - leider führt das Wiener Wahlrecht (ganz im Gegensatz zur EU-Wahl und abgeschwächt zur NRW) die Idee von Vorzugsstimmen vollkommen ad absurdum.

Um in einem der 18 Regionalwahlkreise eine VZ-Stimme zu erhalten, muß der/die BewerberIn soviel Stimmen erringen, wie der Wahlzahl für ein Mandat entsprechen.

2005 hätte dies bedeutet: im RWK
- Zentrum rd. 40% aller Grünstimmen auf 1 BewerberIn
- Innen West rd. 46%
- 2. Bezirk mehr als 90%
- 3. Bezirk rd. 85%
- 22. Bezirk mehr als 90%

also rd. 5000 - 6000 Stimmen pro RWK

auf den ersten Blick leichter erscheint es bei den Restmandaten (wienweit) - hier werden wienweit rd. 7500 - 8000 Stimmen benötigt - allerdings sind hier die max. zwei KandidatInnen nicht an zu kreuzen sondern müssen dazu geschrieben werden (was wiederum die wenigsten Menschen machen) - und gleichzeitig rd. 8% aller grünstimmen auf sich vereinen.

Ich geb dir recht - ein intelligent geführter VZ-Stimmen WK könnte uns als Grüne etwas bringen, es sollte sich aber niemand der Illusion hingeben, tatsächlich eine Reihungsveränderung herbeiführen zu können (das wär schon fast ein Wunder - aber immer noch leichter als auf RWK-Ebene)

Abschließend noch eine Anmerkung - ähnlich deinem Punkt 4. Wer verändern (und dabei auch Wahlen gewinnen) will darf sich angesichts der gegenwärtigen politischen Verhältnisse nicht mit einem kleinen Zugewinn zufrieden geben.

Martin Schimak (Gast) - Mi Nov 25, 22:20

"Es sollte sich aber niemand der Illusion hingeben, tatsächlich eine Reihungsveränderung herbeiführen zu können"

Mit Verlaub gebe ich mich trotzdem dieser Illusion hin. Der Illusion nämlich, dass die Grünen sagen, uns ist das Wahlrecht jetzt mal "wurscht", wir machen mehr als das Wr VZ-Wahlrecht vorsieht. Denn das wäre ja auch abseits des Wahlrechts dann möglich, wenn sich die grünen KandidatInnen alle dazu "committen", dass zB bereits ab einer wesentlich niedrigeren Hürde als der im Wahlrecht vorgesehenen eine parteiinterne Umreihung erfolgt. Rein rechtlich funktioniert sowas auf Basis eines freiwilligen Mandatsverzichts.

Ein solches Angebot an die Wählerinnen und Wähler erfordert freilich eine grosse Portion Wiener Mut...! ;-)

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